Bootcamp Fuerteventura finished

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Im Februar wird gereist. Immer schon, solange ich mich erinnern kann. Dabei ist der Unterschied der jahrelangen Ortsveränderlichkeit gar nicht so unterschiedlich.

Erholung heißt das Zauberwort und wenn man läuft, läuft man zur Erholung und wenn man viel läuft, was ja immer relativ zu sehen ist, dann erholt man sich viel.

Wir reisten in diesem Jahr ins Winterwonderland Kanarien. Überall Schnee und Eis, Sturmwarnung auf allen Inseln und als vor zwei Tagen diese aufgehoben wurde, galt dies nicht für unseren Urlaubsort. Wir hatten in den Norden der Kanareninsel Fuerteventura auserkoren. Und es war (nahezu) traumhaftes Wetter. Nicht ganz zufällig, hatte ich bereits im vergangenen Jahr Freude an den Dünen und den Malpaisfeldern gefunden. Das lockere, unbeschwerte Leben, das dieser kleine Fischerort versprüht, mittlerweile britische Touristenhochburg, beschleunigt das erholen ungemein.

Morgens länger schlafen, gepflegt frühstücken und den Tag willkommen heißen.

Oder lieber so: Zeitig aufstehen, schnelle Energieaufnahme beim Frühstück und anschließend einen Laufstrecke für den Tag erstellen. Ungeduldig, bis es endlich los geht, der täglich lange Lauf.

Welcometrail de sable

Nein, wenn es Zeit ist, wird gelaufen und es wurde genug Zeit. So, als plane man akribisch. Schaue ich mir die vergangene Woche an, können Umfang, Trainingseffekt und die gesammelten Höhenmeter auf den kleinen und größeren Erhebungen Zufriedenheit versprühn. Klar kann Mann immer mehr, höher. Aber man kann auch vernünftig, so mit knapp 45 😉

Dabei war der Saisonstart mehr als holprig. Bereits im November sollten die ersten langen Läufe stattfinden. Fanden sie auch, jedoch nicht ohne Folgen. Rücken, Beckenboden, Waden … die neuen Kandidaten, die in diesem Jahr der Überzeugung sind, Mann sollte sich einen gepflegten Couchplatz suchen. Kontinuierliche Steigerung der Trainingsumfänge, moderate Steigerung der Wochenumfänge. Training ala Handbuch eben. Meine „Erkältung“ vom UTMB hielt sich wirklich hartnäckig. Nasenspray mein ständiger Begleiter. So etwas komisches kannte ich bisher nicht.

Im Januar klappten dann endlich die Doppeldecker am Wochenende wieder. Das Sandlaufen an Mecklenburg-Vorpommerns schönsten Stränden verbreiteten Zuversicht. Um so gespannter war ich, als endlich der erste Laufurlauf auf dem Plan stand. Laufen nach Gusto, doch täglich. Wie würde es der Körper verkraften?

Endless

Fast pünktlich wurde das lange laufen wieder selbstverständlich. Die physische Stabilität tut gut für die Psyche. Lange können und lange können, so musste ich lernen, sind leider nicht immer nur Kopfsache, will man Nachhaltigkeit erreichen. (Klar, früher war alles anders besser 😉 )

Ich habe ein gutes Gefühl, bestimmte „GARMIN-Werte“ habe ich seit Jahren nicht gesehen. Sollte die Vernunft Nachhaltigkeit produziert haben?

Ich werde für ein paar Tage nach Deutschland fliegen, ein bissl arbeiten und ein bissl trainieren. Leider. Keine 3 Wochen am Stück in diesem Jahr. Dafür öfter kürzer. Mal schauen, was effektiver ist. Am kommenden Samstag gehts schon wieder in den Flieger. Die Überquerung Gran Canarias steht als erster Wettkampf im Eventkalender. Nicht, ohne zuvor ein wenig in den kanarischen Bergen unterwegs gewesen zu sein. Noch ein paar Höhenmeter in die Beine bekommen. Eine ganze Woche heißt es laufen, essen, schlafen. Gekrönt von der Inselvermessung. In diesem Jahr wird es eine neue Strecke geben, die erst ab Tejeda (dann auch ohne den Pico de las Nieves) mit der der Vorjahre identisch sein wird. Es bleibt spannend.

Noch 55 Tage bis zum Start des diesjährigen Marathon des Sables durch die marrokanische Wüste. Die kleine Wüste im Norden Fuerteventura hat Erinnerungen wach gerufen. Ich weiß momentan nicht, was es schöneres gibt, als im Sand und Geröll unterwegs zu sein. Diese unendliche Weite zu erleben. Eins zu sein mit dieser Natur. Sehnsucht nennt man es wohl.

Weite … Spuren hinterlassen … Erholung pur