Am Wochenende stand der erste Wettkampf in diesem Jahr auf der Tagesordnung. Traditionsgemäß reisten wir zum Citylauf nach Dresden, der nun nach 2009 und 2010 zum dritten Mal meine Anwesenheit verkraften musste. Das Wochenende war ein herrliches, nicht nur was das Wetter betraf. Wieder erwarteten uns herrlicher Sonnenschein und müde Füße am Samstagabend, als wir die Orte der Sehnsucht besucht und völlig erschlagen ins Bett fielen.
Das angenehme am Citylauf ist auch ebenso das komplizierte. Der Halbmarathon startet in der Mittagszeit. Der Körper ruft bereits wieder nach Nahrungsaufnahme, der Biorhythmus ist auf dem Tiefpunkt und die … sowieso.
Die sonntägliche Anfahrt aus Hellerau verlief problemlos, das Parken auf unserem Stammplatz ebenso. Leider verpassten wir den 10 km Zieleinlauf, doch man kann, besonders als Wettkämpfer, nicht auf allen Hochzeiten tanzen. Der gewählte Laufdress erwies sich als perfekt gewählt. Die Veränderungen der Laufstrecke waren doch immens. Nach Sperrung an der Eishalle kam noch ein am Pirnaschen Platz dazu und der Start wurde auch verlegt. Ich checkte alles rechtzeitig, auch dafür läuft man sich 2 km ein.
Rechtzeitig vorm Start gings noch mal dixieren, MP3 Player verpacken und keine 45 Sekunden später erfolgte auch schon der Startschuss. Dass ich doch noch nicht ganz bereit war, merkte ich 500m später, als ich dann auch schon den Brotkasten startete. Von dem Dilemma mit der Soundmaschine wollte ich gar nicht reden.
Sicher war es aber ein gutes Omen, denn auch die PB aus dem Jahre 2009 begann mit einem Uhren-Thema. Damals fiel “Forerunni” ganz aus und musste von Polar ersetzt werden. Ich war jedoch entspannt und verfiel auch nicht der Hatz der ersten hundert Meter. Gaaanz abgebrüht joggte ich das geübte Tempo, hörte auf das Ziehen im Oberschenkel und traf so die Pace.
Am 1. Kilometer gabs dann ja endlich auch die erste Zwischenzeit: 2:12 min für die ersten (gemessenen) 500m. Ich glaube meine Mundwinkel hoben sich, innerlich auf jeden Fall. Der Puls war passabel für die Anfangsphase.
Ich hatte eine Laufgruppe gefunden, die mich bis zum Ende begleiten sollte. Am Kilometer 2 war die Bodencrew, es galt eine gute Figur zu hinterlassen. Um ein bisschen Abwechslung ins Geschehen zu bringen, gabs erst mal einen Mützenwurf, Neuerungen musste her und ich schwitzte. Also wurde gelüftet.
Im weiteren Verlauf des Rennens sollte ich das Feld von hinten “aufrollen”, was wirklich super motivierend fürs Ego war. Am Hasenberg versuchte ich nicht zu überpacen, dabei war ich leider, wie die spätere Auswertung zeigte, ein bisschen zu vorsichtig. Ich fand jedoch immer wieder zum Tempo zurück. Ich hatte mich bei 2:11 min/500m eingepegelt, sodass auch ein kleiner Tempoeinbruch locker zu verschmerzen war.
Ich zweite Runde war dann eine volle und ich war gespannt, wie die Ersatzroute für den Weg zur Eishalle aussah. Alles optimal und eigentlich sogar besser, denn die schlechte Wegstrecke wurde durch einen recht guten Fußweg ersetzt.
Die Wende war recht ordentlich und so erreichte ich den ersten Süffelstand. Ich kippte fix drei Fingerhüte voll Wasser in den Mund und vier auf die Brille und schon konnte es weiter gehen. Beim Dresdener Citylauf haben ja “Verpflegungsstellenplünderer” wenige Möglichkeiten, denn außer Wasser gibt’s nichts. Für uns Marathoni’s ist da sicher zu verschmerzen, doch die Halben haben sich das ein oder andere Leckerli nötig. Hier sollte es sicher noch ein paar Überlegungen geben?
Am Dresdener Landtag gabs dann die ersten Gespräche mit mir, das Adrenalin schoss mir in den Körper und verfehlte die Zielstellung nicht. “Waldemars”-Jünger vom SG Spergau wurden überholt und ehe ich mich versah, gabs das zweite Fotoshooting. Sie hatte heute ein Bild für mich, unsere Laufgruppe formierte sich.
Ich fühlte mich verdammt frisch, die Beine waren locker und auch die Atmung funktionierte perfekt. Das “Einsammeln” funktionierte auch weiterhin. Ich lief an der Zielgasse vorbei und stimmte meine Uhr mit der Rennzeit ab. 2:05 Minuten fehlten auf meiner Zwiebel. Somit war immer ein bisschen rechnen angesagt, was jedoch ein gutem Training für das Funktionieren des KH-Haushaltes darstellte.
Der 10. Kilometer ging mit 1 Minute plus zu Ende, ich war oben auf und wollte nur nicht zu schnell werden. Die Zwischenzeiten auf dem Armlaptop vermittelten mir ein sicheres Gefühl und ließen mich ab km 12 das Tempo forcieren. Unsere Laufgruppe verbummelte ein wenig, sodass ich mich zum Tempo machen entschloss. Leider folgte keine und ich musste alleine kämpfen, so mein Gefühl. Dass “alle” weiterhin im Windschatten blieben, sah ich erst auf dem herrlichen Foto bei km 14.
Am Hasenberg verspürte ich bereits die vergangenen Kilometer, konnte aber noch ein bisschen sammeln. Erste Überrundungen waren vorgenommen. Ich konnte die Schmach verhindern und blieb selbst in gleicher Runde, wie die Spitze. Am Kilometer 16 gabs noch einen kurzen verbalen Kontakt mit Christopher (20214), doch er schloss sich nicht an und ich musste weiter alleine laufen. Kurz vorm 18. Kilometer sollte der Lauf ein “Ende” haben. Die Beine wurden schwer … Immer wieder versuchte ich die Lücke zur Gruppe zu schließen, leider vergeblich. Doch mein Zeitpolster war ganz gut, sodass die Bestzeit ungefährdet war. Immer wieder mal fand ich zur 4:25 min/km, bis ich nach 1:32:50 Std. in die Zielgerade einbog.
Der Rest war Schaulaufen … Keiner vor und keiner nach mir, verdarb der Fotocrew das wirklich sensationelle Zielfoto. Danke noch mal dafür, hab mich auch wirklich dafür gemüht. Wer schon mal im Ziel fotografiert hat, weiß sicher, wie die unscheinbaren immer im falschen Moment die Rüben rausstrecken. Danke noch mal an alle “Teamläufer” (Frank aus Freital, Christopher aus Neuss und Phillip aus München).
Neue Messlatte: 1:33:00 Stunden für 21,095 km







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