Laufen in Stavenhagen

Der weite Weg vom Jogger zum Läufer

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oder so ähnlich fühlte ich mich heute während und nach der Trainingseinheit. Während ich am Sonntag ab km 33 das Marathongefühl (nix geht mehr) verspüren durfte, hatte ich heute ständig das Gefühl, unterfordert zu sein. Ich möchte damit in keinem Fall andeuten, dass ich die TE heute unterschätzte … aber das Gefühl war ein merkwürdiges.
Die Hälfte der intensiven Marathonvorbereitung geht in dieser Woche zu Ende. Der krönende Abschluss wird ein Halbmarathon sein. Bis dahin wird das Tempo für denselben trainiert, an 2 Trainingstagen … finito. Der Rest der Woche ist Kopftraining und intensive Regeneration.
Ich konnte mich heute ewig nicht zum Training aufraffen. Es windete mal wieder recht stark, dazu kam noch Regen. Mit vermehrter Staubentwicklung war also nicht zu rechnen und die Waldwege schieden als Laufstrecken ebenfalls aus.
Ich wollte mir nicht zu viel zumuten und verzichtete auf einen größeren Höhenunterschied. Zumal mir Sturm und Regen genug zusetzten. Nicht das ich mental noch zu stark werde :-)

Die Pace war anfangs zu schnell, dann wieder zu langsam … Es war einfach alles dabei, wenn man 3 Wochen ge-laDL-t ist und lange Läufe durchgeführt hat. Im dritten der 3 Intervalle war ich dann schon ganz dicht dran an der Zielgeschwindigkeit. In jedem Falle hatte Herzilein mal wieder ein bisschen Spaß, meine Oberschenkel schienen nur aus Muskeln zu bestehen, so fühlte es sich bei dem Tempo an und der Kopf war völlig frei von wirren Gedanken und auf die Aufgabe am Sonntag fokussiert.

Im Durchschnitt passte natürlich wieder alles 9 km in 39:35 min bei 89% HFmax. Was will man mehr. Morgen werde ich mal noch ein bisschen Gewichtsreduktion betreiben (Haare ab, man muss alle Mittel nutzen ;-) ) um am Donnerstag die 2. Tempolerneinheit zu absolvieren.

Manchmal ein Tick zu schnell, wie man sieht

Geschafft

2 Kommentare

Nach dem heutigen Lauf kann ich das in zweierlei Hinsicht behaupten. Trainingsplan durchgezogen und … ich bin völlig ausgepowert.

Heute stand ja wieder ein langer Lauf auf der Tagesordnung. Die ganze Läuferwelt hat sich ja heute in Berlin versammelt, ich fand eine neue Laufstrecke und konnte sogar meine Fahrradbegleitung reaktivieren. Da die Rennschnecke aber heute früh selber ihren Testlauf hatte, mussten wir umdisponieren und ich wetzte erst nach dem Mittag los. Mir wars recht, die Temperaturen lagen zwar bei 20°C. Doch wir wollen uns mal nicht beschweren. Kurzer Laufzwirn ist doch geil, besonders nach dem Entleeren der Waschmaschine. Ratz fatz haste die Fummel auf der Leine.

Kurz vor Laufbeginn musste erst mal das Auto zum Zielort geschafft werden, das Start und Ziel nicht an den gleichen Ort zu legen waren. Das war jedoch in 15 Minuten erledigt und danach erwartete uns eine herrliche Tour am Rande des Malchiner Sees.

Wunderschöne Landschaft - Beim Laufen etwas schwierig zu genießen

In weiten Teilen war die Strecke bekannt, nur die tagesaktuellen Wetterbedingungen wandeln die Erinnerungen schlagartig. Die Sonne verkrümelte sich recht zeitig und am Horizont, unserem Ziel, sah es schon verdächtig nach Regen aus. Dazu zog noch eine frische “Brise” auf, die für die mentale Komponente sorgte.

Als wir nach 9 Kilometern die Ostpeene erreichten, war die Welt noch in Ordnung. Wenn man mal von dem fetten Bienenstich absieht. Glücklicherweise hatte ich eine helfende Hand an meiner Seite, sonst wär’s passiert. Die sch… Viecher stechen aber auch immer an Stellen, wo man selbst nichts tun kann.

Wir hatten die Ostpeene überquert und der nächste nennenswerte Anstieg wartete auch uns. Da sich die 25 Hm auf 1500m verteilen musste natürlich noch ein knackiger Gegenwind her, der die Pace auf 5:30 drückte. Hinter Pinnow gings dann gleich weiter, bis wir den schützenden Wald am Gielower Teerofen erreichten. Man war ich kaputt und das nach 12 Kilometern. Der knappe Kilometer durch den Wald sorgte für Pulsstabilität und die Rückkehr der Motivation, bis es zur Wasserburg Liepen bei super Gegenwind weiter ging.

Die folgenden 4 Kilometer führten uns im auf und ab nach Stöckersoll. Von dort gabs den Megaabstieg nach Basedow, dem Touristenmekka am Malchiner See. Das Schloss konnte ich vor lauter Regen, der uns die nächste halbe Stunde begleiten sollte, kaum sehen. Auch die Anzahl der Touristen am Schafstall hielt sich in Grenzen. Uns war’s Wurscht, wir hatten besseres vor und folgten dem Radweg nach Basedow Höhe. In seinem weiteren Verlauf passierte ich die HM-Marke in erstaunlicherweise konstanten 1:52 Std..

Die Kastanienallee, eine miserable Schotterpiste, wo man am liebsten gar nicht langrennen mag, führte uns auf das herrlichste Stück Asphaltstraße am nördlichen Rand des Malchiner Sees. Die kleine Künstlerkolonie nennt sich Wendischhagen. Der Regen hatte seine Arbeit eingestellt, für mich hieß es nun, der 26. Kilometer war erreicht, Endbeschleunigung. Und ich beschleunigte. Im ständigen Dialog mit mir konnte ich die ersten 6 Kilometer die Vorgabe sogar übererfüllen. Doch dann ging es langsam abwärts. Die Schrittfrequenz passte nicht mehr, wie ich zuhause dann sehen konnte und ich hatte auch Mühe, mich zu motivieren. Dafür konnte ich den letzten Abschnitt noch mal eine Schippe drauflegen und war so lediglich 1,5 km ein bissl abtrünnig.

Wellig, welliger, am verwelltesten

Dafür war ich megakaputt und brauchte schon ein paar Minuten, bis ich wieder zu mir kam. Für die Gesamtdistanz “opferten” wir 3:01 Std. unseres Sonntages. Das Fahrrad wurde fix im Auto verstaut und ab ging, in die heimische Wanne. Diese sorgte für die notwendige Entkrampfung der Muskulatur, die auf den Regenpassagen doch mächtig zu tun hatte. Viel notwendiger war es sicherlich für die Radlerin, danke noch mal für die Versorgungs- und Motivationsarbeit.

Morgen ist dann mal wieder ausruhen angesagt … Um dann zur direkten Vorbereitung des sonntägigen Wettkampfes zu schreiten.

.wie man es so hinschreibt? Wir Läufer schreiben es so selbstverständlich auf. Doch wie mag es für den Außenstehenden erscheinen? Samstag wird zum Mittag im lockeren 5:10-er Tempo erst mal ein knapper Halbmarathon gelaufen? Hmm. Die Außentemperatur betrug gemütliche 19°C. Da geht der Puls schon mal ein wenig in die Höhe. Morgen dann der (übliche) 35-er im 5:15-er Schnitt, wobei die letzten 9 km in mindestens 4:40 zu laufen sind. Ist doch eigentlich total abgefahren?

Manchmal denke ich so an die “faule Zeit” zurück, als die einzige Bewegung darin bestand, von A nach B zu gehen. Nach 4 Treppen war man außer Atem und 30 km Radfahren war ein Wochenendausflug.

Heute wird um Minuten und Sekunden gerungen und das ist auch gut so. Wozu man doch in der Lage ist und das aus eigener Kraft. Ohne fremdes Zutun kannst Du Leistungen abrufen, die nach 5 Jahren schon so selbstverständlich geworden sind, als wäre es schon immer so gewesen. Ich finds Hammer.

Vor dem ersten Hahnenschrei gings heute bereits aus den Federn, sodass ich nach dem Spätfrühstück schon wieder völlig ermattet darnieder sank. Natürlich konnte ich mich wieder aufraffen und kurz nach 10 zum lockeren Läufchen rund um die Reuterstadt aufbrechen. Da ich schon wieder mal ein Schuhproblem habe, ich werde nämlich immer unruhig, wenn weniger als 6 nutzbare Paare im Schrank stehen, musste ein nichtasphaltener Untergrund her. Meine Cumulus haben es nicht mehr so mit Straßenbelägen. Dieser ideale Parcour bot sich in den Hölzern rund um meine Basisstation. Auch heute konnte ich kein Fahrrad neben mich “zaubern”, somit vergaß ich auch gleich die Getränke. Man kann nicht alles haben und 1:43 Std. ohne Süffelstand musste ich eben aushalten. Glücklicherweise lagen die Temperaturen unter 20°C, nämlich 19 ;-) .

Man kann noch mehr Kilometer draus machen

Alles verlief planmäßig, die im Kopf überschlagene Strecke passte perfekt zur Zielstellung und bis auf den etwas erhöhten Puls gibt’s nichts Auffälliges zu berichten. Ich traf einen Jogger, der sich in der Jahreszeit geirrt hatte, so komplett lang gekleidet war er ein bisschen overdressed. Oder sagt man faildressed?

Pünklich zum Mittag war ich wieder zu Hause, völlig durchnässt, diesmal ohne Regen, aber super zufrieden, dass die gelbe Kugel noch unter den Wolken steckte. Doch auch das hätte ich verkraftet. Nur eben im langsameren Tempo. Morgen gibt’s den langen Kanten. Mittlerweile die Nummer 11 der über 30km Läufe und es sollen noch 4 werden, bis der Hauptlauf startet. Ich glaube mit 15 langen Läufen ist man recht gut auf einen Marathon vorbereitet :-)

Was lang währt, wird was

Gestern ist dann auch der neue Trainingsplan eingetroffen, der mich bis zum Oberelbemarathon führen wird. Ein unbekanntes Konzept, was die Taperingphase betrifft, doch ich möchte ja neue Trainingsreize setzen und diese sind garantiert neu.