Nach dem heutigen Lauf kann ich das in zweierlei Hinsicht behaupten. Trainingsplan durchgezogen und … ich bin völlig ausgepowert.
Heute stand ja wieder ein langer Lauf auf der Tagesordnung. Die ganze Läuferwelt hat sich ja heute in Berlin versammelt, ich fand eine neue Laufstrecke und konnte sogar meine Fahrradbegleitung reaktivieren. Da die Rennschnecke aber heute früh selber ihren Testlauf hatte, mussten wir umdisponieren und ich wetzte erst nach dem Mittag los. Mir wars recht, die Temperaturen lagen zwar bei 20°C. Doch wir wollen uns mal nicht beschweren. Kurzer Laufzwirn ist doch geil, besonders nach dem Entleeren der Waschmaschine. Ratz fatz haste die Fummel auf der Leine.
Kurz vor Laufbeginn musste erst mal das Auto zum Zielort geschafft werden, das Start und Ziel nicht an den gleichen Ort zu legen waren. Das war jedoch in 15 Minuten erledigt und danach erwartete uns eine herrliche Tour am Rande des Malchiner Sees.

Wunderschöne Landschaft - Beim Laufen etwas schwierig zu genießen
In weiten Teilen war die Strecke bekannt, nur die tagesaktuellen Wetterbedingungen wandeln die Erinnerungen schlagartig. Die Sonne verkrümelte sich recht zeitig und am Horizont, unserem Ziel, sah es schon verdächtig nach Regen aus. Dazu zog noch eine frische “Brise” auf, die für die mentale Komponente sorgte.
Als wir nach 9 Kilometern die Ostpeene erreichten, war die Welt noch in Ordnung. Wenn man mal von dem fetten Bienenstich absieht. Glücklicherweise hatte ich eine helfende Hand an meiner Seite, sonst wär’s passiert. Die sch… Viecher stechen aber auch immer an Stellen, wo man selbst nichts tun kann.
Wir hatten die Ostpeene überquert und der nächste nennenswerte Anstieg wartete auch uns. Da sich die 25 Hm auf 1500m verteilen musste natürlich noch ein knackiger Gegenwind her, der die Pace auf 5:30 drückte. Hinter Pinnow gings dann gleich weiter, bis wir den schützenden Wald am Gielower Teerofen erreichten. Man war ich kaputt und das nach 12 Kilometern. Der knappe Kilometer durch den Wald sorgte für Pulsstabilität und die Rückkehr der Motivation, bis es zur Wasserburg Liepen bei super Gegenwind weiter ging.
Die folgenden 4 Kilometer führten uns im auf und ab nach Stöckersoll. Von dort gabs den Megaabstieg nach Basedow, dem Touristenmekka am Malchiner See. Das Schloss konnte ich vor lauter Regen, der uns die nächste halbe Stunde begleiten sollte, kaum sehen. Auch die Anzahl der Touristen am Schafstall hielt sich in Grenzen. Uns war’s Wurscht, wir hatten besseres vor und folgten dem Radweg nach Basedow Höhe. In seinem weiteren Verlauf passierte ich die HM-Marke in erstaunlicherweise konstanten 1:52 Std..
Die Kastanienallee, eine miserable Schotterpiste, wo man am liebsten gar nicht langrennen mag, führte uns auf das herrlichste Stück Asphaltstraße am nördlichen Rand des Malchiner Sees. Die kleine Künstlerkolonie nennt sich Wendischhagen. Der Regen hatte seine Arbeit eingestellt, für mich hieß es nun, der 26. Kilometer war erreicht, Endbeschleunigung. Und ich beschleunigte. Im ständigen Dialog mit mir konnte ich die ersten 6 Kilometer die Vorgabe sogar übererfüllen. Doch dann ging es langsam abwärts. Die Schrittfrequenz passte nicht mehr, wie ich zuhause dann sehen konnte und ich hatte auch Mühe, mich zu motivieren. Dafür konnte ich den letzten Abschnitt noch mal eine Schippe drauflegen und war so lediglich 1,5 km ein bissl abtrünnig.

Wellig, welliger, am verwelltesten
Dafür war ich megakaputt und brauchte schon ein paar Minuten, bis ich wieder zu mir kam. Für die Gesamtdistanz “opferten” wir 3:01 Std. unseres Sonntages. Das Fahrrad wurde fix im Auto verstaut und ab ging, in die heimische Wanne. Diese sorgte für die notwendige Entkrampfung der Muskulatur, die auf den Regenpassagen doch mächtig zu tun hatte. Viel notwendiger war es sicherlich für die Radlerin, danke noch mal für die Versorgungs- und Motivationsarbeit.
Morgen ist dann mal wieder ausruhen angesagt … Um dann zur direkten Vorbereitung des sonntägigen Wettkampfes zu schreiten.
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