Aller guten Dinge sind drei. Mein dritter Lauf im Felsengebiet der Sächsischen Schweiz sollte einen erneuten Zugewinn an Höhenmetern bringen. Auch, wenn diese Woche „offiziell“ noch als Regeneration archiviert wird, solls doch langsam wieder los gehen. Geschwindigkeit ist bei den arktischen Temperaturen eh der falsche Weg, also muss der Trainingsreiz auf anderem Wege gesetzt werden. Was liegt da näher, als ein wenig nach oben zu streben.
Nach 365 hm am Sonntag, folgten 380 am Dienstag und heute, ich hatte aus „Sicherheitsgründen” mal den geplanten Rundkurs auf den Forerunner geladen, sollte es 450 hm nach oben gehen. Die großen, absoluten Höhen sind auch hier nicht zu haben, dafür aber Schluchten zur Genüge. Somit hieß es, auf und ab zu laufen, um den notwendigen Muskulaturaufbau für den 12. Mai in die Reihe zu kriegen.
Besonders erfreut war ich aus läuferischer Sicht nicht darüber, dass es an die 10 cm Neuschnee gab, so über Nacht und im weiteren Tagesverlauf, bevor ich auf die strecke durfte. Die urlaubende Betrachtung fiel da natürlich anders aus. So schlimm wirds schon nicht werden, so meine Annahme, die sich so auch bestätigen sollte.
Ich startete Richtung Amselsee, dann Richtung Hockstein. Die Strecke war bekannt und so galt es, ein wenig neues, unbekanntes einzubauen. Durch unberührten Neuschnee lief ich einen kleine „Schluchtenschleife” bis zum Abzweiger ins Polenztal. Ich verzichtete auf den Abstecher zur Waltersdorfer Mühle und wählte den direkten Weg am Fluss entlang. Neuschnee, so weit das Auge reichte, ein Paradies bei nur -8 °C Lufttemperatur. Selbst das 2. Paar Handschuhe verschwand bereits nach 5 Kilometern im Laufrucksack. Der Untergrund war weitestgehend eisfrei, sodass der Grip der Salomon keine Wünsche offen ließ. Ledigleich auf den Bergabpassagen war höchste Vorsicht geboten.
Schnell erreichte ich den Aufstieg zum Hockstein, anfangs erlaubten die Holzstufen noch ein Traben, wogegen auf den Eisentreppen dann Schluss mit Laufen war. Ich arbeite dran und habe bereits ein kleines Stück laufend gemeistert. Danach hatte ich das Gefühl, meine Oberschenkelmuskeln lösten sich vom Bein?
Ein paar Fotos später war ich auf dem Weg zur Hocksteinbaude, Gegenwind kam auf und der Laufuntergrund wurde unangenehmer. In Anbetracht der Vergänglichkeit dieses besch… Streckenteils biss ich mich durch. In Rathewalde gabs eine kurze Windstille, welche ich der Wegführung durch den Ort zu verdanken hatte. Zurück auf „freiem Feld“ war wieder „sandstrahlen“ angesagt. Bis zum Eintritt in den Wald hatte ich gut 2 Kilometer Mentaltraining zu verkraften.
Dort angekommen wurde ich für alle Mühen entlohnt. Der Weg hervorragend beschneit, eisfrei und ungespurt vermittelte er puren Laufspaß. Kein Rutschen, kein schlittern. Alles perfekt … frischer Schnee auf laubbedecktem Waldboden … ein Traum.
Das viel zu schnell erreichte Ende des „Kluftsteiges“ verlangte vorsichtigen Wanderschritt, die Steinstufen waren wirklich tückisch. Dann gings durchs Uttewalder Felsentor hinunter nach Wehlen. Ich folgte hier dem Malerweg bis nach Rathen, wo ich nach 2 Stunden und 21,5 km (5:35-er pace) später den Schnee von den Laufsachen klopfte.




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