Laufen in Stavenhagen

Der weite Weg vom Jogger zum Läufer

Zeitig, sehr zeitig musste der Berglaufliebende am Samstag Morgen aus den Federn kommen, um den Start nicht zu verpassen.

Der Traditions-Lauf-Verein hatte mal wieder alle Teilnehmer am Rennsteiglauf zum letzten Zustandscheck ins kleinste Mittelgebirge Deutschlands gerufen. Ich hatte das Glück, in der “Toskana des Ostens” zu übernachten und konnte so meine Anfahrt auf 80 min minimieren.

Neben K78, Thüringen Ultra, Rennsteiglauf war auch der Müritzlauf "vertreten"

Mit Schrecken beobachtete ich das Thermometer im Auto. Die Temperatur fiel sogar unter den Gefrierpunkt, je näher wir Bad Frankenhausen, das auch noch den schieferen “Pisa-Turm” besitzt, kamen. Schnell war ein Parkplatz gefunden, der Veranstaltungsort sowieso, war doch der ganze Ort auf den Beinen. Schnell waren die Startvorbereitungen abgeschlossen und Punkt halb neun fiel auch schon der Startschuss. Da ich wie ein Schneider fror, war es auch Zeit, ein wenig Wärme an die Muskulatur zu bringen.

Rasch war der Start-Ort durchquert, ich hatte meinen Rhythmus schnell gefunden, das Feld der knapp über 300 Starter übersichtlich und hier noch dicht beisammen. Wir folgten zunächst der Asphaltstraße zum Stausee Kelbra, endlos liefen wir am ersehnten Wald entlang. Bis wir ihn erreichen durften gabs noch mal was zu süffeln und auch der erste Verpflegungsstand wartete bei km 9 auf uns. Langsam wurde es langweilig, bei einem ausgeschriebenen Berglauf immer so auf der Asphalt-Straße entlang zu rennen. Lediglich die leichten Anstiege sorgten für Abwechslung. Am Ende des ersten merklichen Anstieges, immer noch auf Asphalt, gings endlich auf den Waldweg und wenig später unters kuschelige Blätterdach. Gleichsam folgten die ersten Steigungen, die ihren Namen verdienten. Hatte ich bisher meine angestrebte 5:07 min/km fest im Blick, war nun alles vergessen. Hier war “gerade” hoch laufen das Motto.

Mein Roadbook wies Anstieg bis km 17 aus, das konnte ja was werden. Da ich keinerlei Vorstellung hatte, wie sich eine so lange Steigung anfühlte, war ich dann doch überrascht, dass es mir bekannt vor kam. Während meiner Trainingsläufe war ich solche Steigungen bereits gelaufen, nix Neues. Allerdings war deren Länge doch etwas anderes. Die Zeit für die Muskelregeneration war kürzer, als trainiert. Aber dafür war ich ja hier.

Die Zielstellung lautete: Formtest und nicht überpacen. Das letzteres passieren würde glaubte ich zu diesem Zeitpunkt des Laufes gar nicht. Immer mal, wenn auch weniger, als erwartet, gabs eine Bergabpassage, die das Laktat aus den Muskeln löste. Veratmen konnte ich die Menge nicht mehr. Ich fühlte mich trotzdem recht gut, wenn ich auch das Tempo nicht so dosierte, wie es wünschenswert war. Mein Puls ein wenig zu hoch, wie ich in der Auswertung sah. An dieser Stelle muss noch gearbeitet werden. Vor allem auch auf die Zwiebel geschaut werden!

Nach 17 Kilometern erreichten wir den Parkplatz am Kulpenberg. Leider konnte ich den Fernsehturm nicht ausmachen, sah auf meinem Weg dorthin aber wenigstens den Stausee Kelbra. Der gelegentliche Bade- und Campingort meiner frühesten Kindheit.

Die folgenden Kilometer sollte es bergab und auf teils herrlichem Trail hinüber zum Kyffhäuserdenkmal gehen. Aus meiner Sicht das schönste Teilstück der gesamten Strecke. Bergab und in der Ebene fand ich zum Wunschtempo zurück, bergan lief alles schneller 6 min/km ab. Nach passieren der HM-Distanz (1:50 Std.) erfolgte der Anstieg zum höchsten Punkt der Strecke (wenn man aufs Denkmal klettert). Mann war das ein Hügel. Nach den ersten 30 hm gibt es auf einem kleinen Plateau (KH-Hotel) noch mal ein wenig “Entspannung”, bevor es dann “senkrecht” zum Denkmal hinauf geht. Leider war das heute zu heftig für meine schwache Muskulatur und es musste ein 100m Speedwanderstück eingelegt werden. Laufend wäre ich nicht schneller gewesen, dafür aber hatte ich sogar einen Blick für den alten Barbarossa.

Oben angekommen wurde das “Vieh” gestempelt (Kontrollpunkt) und nach einem Becher Schleim, den ich mit einem weiteren Becker Cola runterspülte machte ich mich auf den Heimweg. Nun gings vorerst den gleichen Weg wieder herunter. Ich versuchte die Aufsteigenden anzuspornen, nur wenige hatten die Ohren noch offen. Wir umrundeten die “Mittelburg” und stürzten uns am Kyffhäuser-Hotel ins “Lange Tal” hinunter. Die Wegmarkierung war hier ein wenig irreführend, da nur die MTBiker ausgeschildert. Dies sorgte für allgemeine Verwirrung. Meine Karte aber stimmte und so konnte ich den ein oder anderen Fragenden beruhigen.

Hast Du aufgeschrieben, kannst Du bei Bedarf auch mal nachgucken. Mein Seelentröster.

Hier war ich in “meinem Laufgebiet”. Herrlicher Singletrail lies wirkliche Lauffreude aufkommen. So stell ich mir einen Waldlauf vor, fernab befestigter Wege. Leider währte die Freude nicht lange, bis wir den Fahrweg im Langen Tal erreichten. Etwas verdutzt, des Anstieges wegen, schaute ich drein. Schnell wurde die Startnummer gewendet, die auf ihrer Rückseite mein Raodbook verbarg. Tatsächlich: “km 27 Letzter Anstieg”. Wie motivierend. Aber es gab halt viele Letzte, je nach Ansicht.

Ich hatte hier meinen Tiefpunkt erreicht, nicht nur im Streckenprofil. Tapfer kämpfte ich mich zum Mentalpunkt km 30 im gewohnten Schritt. Immer wieder ging mein Blick hinauf zu den Baumwipfeln mit der bangen Frage: “Müssen wir ganz da hoch”. Ja, wir mussten, nein wir durften. Es gelang dann in der gwohnten Manier, laufen, einfach weiterlaufen und wir erreichten endlich den höchsten Wegpunkt.

Nun kam der verdiente Abstieg, der mir aber so gar nicht gefiel. Hässlichster Betonweg mit aufgestreuten Kieseln. Wohl dem, der da Trailschlappen anhat. Mit normalen Laufschuhen sicher sehr schmerzhaft.

Nach dem steilsten Streckenabschnitt im hinab durchquerten wir Udersleben um nun das letzte Stück in Angriff zu nehmen. km 35 war überschritten und die Restdistanz wieder fassbar. Bereits seit mehrern Kilometern waren die Restdistanzen ausgeschildert, wie hier scheinbar üblich mit den noch zu laufenden Kilometern (anfangs “nur” alle 5 km, völlig ausreichend).

Der letzte wirkliche Anstieg führte zum Flugplatz hinauf und wurde wieder gelaufen und auch überlaufen, da dieser Teilstück von den meisten gehend absolviert. Am Horizont war der Wald zu sehen, den wir bei herrlichem Sonnenschein in gut 3 Kilometern erreichen sollten. Der Anstieg war trotzdem kräftezehrend, wenn auch nicht wirklich hart. Ich hatte mich auf der Bergabpassage wieder gut erholt, auch der Puls lag wieder im Wunschbereich. Nachdem der 39. Kilometer gespeichert, galt es wieder ein wenig Fahrt aufzunehmen.  Wir durchquerten ein kleines Waldstück, bevor wir das Bauerkriegs-Denkmal erreichten.

km 42

Nun gings nur noch abwärts, dazu noch steil. Bereits seit dem Flugplatz war ich mit der 3. Frau unterwegs, die nun das Tempo bestimmen sollte. Wir erreichten die ersten Häuser und der Zielbereich wurde hörbar. Mit 4:49 (min/km) und 4:38 waren die letzten Kilometer viel zu schnell. Ich folgte jedoch lediglich der “Reiseleitung”. Wir trennten uns vorm Ziel, um jedem seinen Einlauf zu gönnen. Mir wars Wurscht, ladies first. Ich hatte beim 41. Kilometer auf Gesamtzeit umgeschaltet und war doch überrascht, dass ich doch recht fix unterwegs war. Zur Halbzeit des Laufes war die 3:47 Std. vom Röntgenlauf Zielstellung. Irgendwann dachte ich: unter 4 Stunden ist auch gut für den Formtest.

Am Ende wurde es eine 3:45:xx (+720 HM). Ich war hoch zufrieden und nach dem Zieleinlauf doch froh, das es geschafft war. So ist also Berglauf … Lange nicht so komprimiert und schnell erlebt und 36 Stunden danach betrachtet, immer wieder schön. Vielen Dank an Juliregen und Landschaftsflitzer für die Begleitung!

Meine Schwachpunkte habe ich erkannt und die Trainingsziele für die verbleibenden Wochen bis zum Rennsteig sind definiert. Heute wurde gleich mal ein regenerativer Hügellauf über 11,5 km eingestreut, der mich 220 hm durch meine geliebte Hügelkette führte. Schön langsam und muskelschonend. Der Astrale muss sich die Hügelei jetzt merken und braucht ein wenig Unterstützung dabei. Morgen darfs dann noch mal regenerativ sein, wenn auch ein wenig länger, weiter und höher…natürlich.

Mitbringsel vom Kyffhäuser (an der Medaille muss noch gearbeitet werden)

Erholungswoche

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mein favorisiertes Hügelgebiet

Da wurde doch gestern am abendlichen Lauftraining gezweifelt. Ich versuchte irgend einen plausiblen Grund zu finden, nicht am Hügeltraining teilnehmen zu müssen. Es war wirklich schlimm. Erst stopfte ich mich mit leckeren “Aufbaupräperaten” voll und grübelte … Irgendwann war dann aber doch endlich Schluss  mit dem Gezweifel, der Laufzwirn wurde übergeworfen und die Karre zum frühabendlichen Ausflug gestartet. Wenige Minuten später war mein Startpunkt erreicht und die Trainingseinheit plangetreu gestartet. Es wurde im oberen Tempobereich gelaufen, auch wenn an die 250 Höhenmeter zu absolvieren waren. Knapp 19 Kilometer sollten es werden. Ich glaubte auch ohne Vermessung die Distanz im “Gefühl”zu haben.

Der erste Anstieg klappte vielversprechend und so liefs dann weiter. Immer trabend, immer locker und nie unter 6:30 min/km lautete die Losung des Abends. Ich pustete zwar gelegentlich, doch schaffte die Vorgabe. Auch die etwas längere Rampe unterhalb des Forsthauses Panstorf bis hinauf zum Ende des Waldweges wurde in 5:15-er pace gelaufen. Es sah, auch Belastungstechnisch wirklich gut aus. Die Abwärtspassagen wurden zur Erholung genutzt und diese klappte überraschend gut. Nach 18,75 war der Ausgangspunkt wieder erreicht. Mit 75% HFmax und 5:13-er pace war ich recht zufrieden … kaputt und erleichtert, das sich der gewünschte Trainingseffekt nun doch endlich (man ist ja ungeduldig) einstellt.

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Die Erholungswoche wurde heute gleich mit einem etwas flotteren Läufchen fortgesetzt. Dafür lohnte für die Distanz das Anziehen kaum. Nach Trainers geschätzter Meinung sollte ich im 100-km-Renntempo laufen, was er mit 4:59 min/km ansetzt. Probieren möchte ich es trotzdem nicht, auf diese Entfernung. Aber Trainer müssen ja Optimismus versprühen, eine ihrer Hauptaufgaben.

Ich hingegen, hatte heute gar keine Eile, in die Sachen zu kommen und erst als die Rennschnecke aufbrach, der Regen hatte sich zum Glück verzogen, wurde auch ich langsam unruhig und suchte meine Laufsachen zusammen. Nach den Osterfeiertagen ist noch alles wieder am erwarteten Platz, das Bekleiden dauert so eine Millisekunde länger. Da heute auch der neue Laufsensor eintraf, standen wieder alle Messgrößen für die fundierte Trainingsauswertung zur Verfügung. Das macht das Laufen zwar nicht besser oder schlechter, schneller oder langsamer aber doch aussagekräftiger. Der Winzling war kaum an die Cumulus 13 GTX zu kriegen …

Wat mutt, dat mutt.

Schnell fand ich in mein Tempo. Hauptsache nicht zu schnell und so pegelte ich mich recht zeitig knapp unter 5 min/km ein. Konstantes Laufen, besonders auf den Bambini-Strecken sind ja wohl mein Markenzeichen und so gabs auch keinen Grund zur Sorge. Ein paar wenige Hügel wurden eingebaut. Nix großes …  85 positive Höhenmeter waren heute völlig ausreichend. Es lief auch ganz ordentlich, entspannt vor allen Dingen. Nach einer knappen Stunde waren die 12,4 km im Kasten. Herzilein im 75-er-Förderbereich und die Pace mit 4:55 min/km doch einen Tick zu schnell. Dafür konstant wie ein Uhrwerk.

Morgen wird mal wieder “geruht”, so ist sie, die Erholungswoche, um am Freitag (keine Ahnung wie ich das aufgrund meiner Reisetätigkeit nach Kyffhäusershausen regeln werde) dann einen lockeren 18-er zu rennen. Samstag wird dann ein Trainings-Berg-Marathon gelaufen … die Generalprobe für den Rennsteiglauf.

Ostersonntag 7Uhr15

Da haste nun zu Ostern schon mal lieben Besuch, ich meine den, der nicht beim Gehen Vergnügen bereitet und auf dem Zettel steht ein langer Lauf. Aber es nützte alles nichts. Verschoben, verschoben … bis ich endlich gegen drei auf die lange Runde ging. Ich hatte mir ein besonders welliges Profil zusammengestellt, alles noch als Runde, wie ich es mag. Unglaubliche 900 Hm sah der Entwurf vor. Eine neue Höhenmarke in der Endmoräne sollte gesetzt werden.

Die Ehrfurcht vor der Anstrengung war hoch und so ließ ich es erst einmal ein bissl langsamer angehen. 50 Kilometer wollen erst mal verkraftet sein, der etwas flottere Hügellauf vom Vortag steckte mir noch in den Beinen. Die Vorbereitung des Ausfluges ging recht schnell von der Hand. Während der Tintenklekser seine Arbeit verrichtete wurden noch fix ein paar Eckdaten aufgeschrieben, Laminator an und fertig war der “Seelentröster”.

Nach den ersten Kilometern gabs bereits die erste Korrektur. Ich hatte mal wieder den Weg verloren. Aber alles halb so schlimm und eigentlich auch immer ne willkommene Abwechslung. Schade nur, wenn es gleich am Anfang passiert. In Retzow war der erste von insgesamt 10 “Bergen” erreicht und es ging erst mal wieder hinunter, auf Meeresspiegelhöhe. Die nun folgenden Kilometer waren bekannt. Ich hingegen fühlte mich irgendwie ein wenig schlapp. Die zusätzlichen 4 Kilo “Reiseproviant” auf dem Rücken sind immer gut für eine Ausrede. Nach 11,5 Kilometern gings erst mal in den Panstorfer und anschließend in den Niendorfer Forst, wo ich die kommenden 11 Kilometer verbringen sollte.

Meine wars nicht

Anfangs noch ganz gut, so verschlechterte sich der Laufuntergrund zusehends. Bis zur völligen Auflösung des Weges im Nichts war alles dabei. Somit war wieder einmal Trailrunning vom Feinsten angesagt. Die Pace im Keller, der Laufspaß auf dem Höhepunkt. Jedes Reh hätte mich zu den seinen gezählt, so springend und hüpfend wie ich mich über die abgestorbene Vegetation bewegte. Die Anstrengung ignoriert man anfangs. Als ich nach 15 Minuten Unterholz den Weiterweg fand, merkte ich, dass ich etwas angeschwächelt war, vom ungewohnten “Laufen”. Aber eigentlich müsste ich mich doch langsam anpassen, durch meine immer wiederkehrenden Abstecher?

Ich setzte nun in die “Mecklenburgische Schweiz” über, 7 Kilometer über Feld- und Betonwege. In Ponstorf war der 30. Kilometer erreicht, das 3. Mini-GEL wurde verputzt und auch eine Redbull-Cola verlagerte ihr Gewicht vom Rücken in den Bauch. Es ging hinein in den Wald und als erster Fixpunkt sollte der Hardtberg, wie bereits in der vergangenen Woche, zweimal erlaufen werden. In Anbetracht der bisher angesammelten Mehrkilometer verzichtete ich darauf und lies es beim einmaligen Gipfelsturm bewenden. Sauber joggte ich hinauf. Sicher war ich heute etwas langsamer unterwegs, dafür lief ich aber kontinuierlich mein Tempo. Im ruhigen Schritt erreichte ich Hagensruhm und war wenige Augenblicke später auf dem vorerst letzten “Gipfel” vor der Friedrich-Franz Höhe.

Friedrich Franz Hoehe vom Wasser (ein Tag nach dem Lauf)

Wieder teilweise weglos lief ich hinüber in den Neukalener Stadtwald. Ich passierte den “Schwarzer See”, die L21 wurde gequert und ich rannte hinunter zur Rampe, die mich auf Gipfel Nummer 8 bringen sollte. Hier wurde der 41. Kilometer gespeichert und ich war wirklich schon ein wenig geschwächt. Trotzdem gings noch mal auf den Heesterberg hinauf, um das herrliche Panorama auf den See zu genießen. Augenpflege. Das nahe Ziel vor Augen, die Restdistanz ausgeblendet und den Sonnenuntergang im Nacken beschritt ich mal wieder Neuland. Auch hier ging es nicht ohne eine Trailabfahrt ab. Dieser fiel dann, wie ich zum Leidwesen zuhause feststellen musste, mein geliebter Food-Pad zum Opfer. Schade, einmal neu bitte, denn auch eine großangelegte Suchaktion am nächsten Tag förderte ihn nicht wieder zu Tage. So wird der Umsatz angekurbelt, durchs Trailrunning.

immer auf und ab - eigentlich herrlich

Ich hingegen hatte nach der “Abfahrt” wieder bekanntes Terrain erreicht, die Kilometer wurden wieder fassbar und so auch das Ende meines Osterspaziergangs. In Gülitz wurde der letzte Gipfel hinauf gekrochen, bevor es nur noch bergab ging. Eine kleine Extrarunde galt es noch nach Jettchenshof zu absolvieren, denn die 50 stand noch nicht im Display. Dabei wurde mir fast noch ein funktionierender Weidezaun zum Verhängnis. Man war das ein fieser Blitz, der meinen schweißgetränkten Körper durchzuckte. Ich war wieder wach und konnte den Restkilometer entspannt auf dem Kummerower-See-Radweg beenden.

In den vergangenen 5 Stunden war ich 50,8 km unterwegs. Zu meiner großen Freude kamen immerhin noch fette 885 Höhenmeter zusammen, die ich alle laufend erschlossen hatte. Meine Energiebilanz sah mit 2500 Kalorien recht ordentlich aus und die 73 % HFmax stimmen mich ebenfalls zuversichtlich. Ein wirklich schöner Ausflug (nach einem Tag Abstand betrachtet wunderschön) bei herrlichen Sonnenschein, der jedoch die kühlen 2°C zum Schluss auch nicht wirklich besser machte.

Heute dann, nach 36 Stunden Regeneration der erneute Hügellauf. Mann ging mir das schlecht … Sollte ich wirklich wieder in den Hügeln rennen? Erst mal wurden ein paar Eiweiße verputzen und dann wollte ich entscheiden, so der Plan. Aber dazu morgen mehr …